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Milliarden Euro Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel 2022 in Deutschland

Das regulierte Online-Glücksspiel beschert dem deutschen Staat höhere Steuereinnahmen als je zuvor. Wer profitiert von den Erträgen?

[ Bild: Wachstum Steuereinnahmen in Deutschland 2022 | DGGS ]

Online-Glücksspiele wie virtuelles Automatenspiel, Sportwetten, Lotterien und Poker sind seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV) legal in Deutschland. Die Steuerabgaben, die die zugelassenen Betreiber der Plattformen der Finanzbehörde zuführen, sollen sich laut aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Februar 2023 für das Jahr 2022 auf etwa 2,24 Mrd. Euro belaufen, mit steigender Tendenz.

Mehr zugelassene Glücksspiel-Anbieter füllen die Staatskasse

Einem Bericht des MDR zufolge hätten die Bundesländer im vergangenen Jahr rund 4 % mehr eingenommen als 2021. Insbesondere das virtuelle Automatenspiel habe für enormes Wachstum gesorgt. Allein in diesem Segment seien die Steuerabgaben um 51 % auf 287 Mio. Euro gestiegen, so das Nachrichtenportal.

Steuerart

Einnahmen 2021

Einnahmen 2022

Entwicklung

Lotteriesteuer

1,65 Milliarden Euro

1,66 Milliarden Euro

+0,9 %

Sportwettsteuer

470 Millionen Euro

432 Millionen Euro

-8 %

Virtuelle Automatensteuer

189 Millionen Euro

287 Millionen Euro

+51 %

Online-Pokersteuer

13,6 Millionen Euro

32,8 Millionen Euro

+141 %

Tabelle: Insbesondere Abgaben für Online-Spielautomaten sind stark gestiegen. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Einen sprunghaften Anstieg von 141 % hätten zudem die Einnahmen aus dem Online-Pokerspiel verzeichnet. Die Steuerabgaben aus virtuellen Sportwetten seien trotz der Fußball-WM hingegen von 470 Mio. Euro im Jahre 2021 um 8 % auf 432 Mio. Euro gefallen. Auch wenn das Lotteriegeschäft stagniere, habe es 2022 mit Abgaben in Höhe von 1,66 Mrd. Euro für den Löwenanteil für den Staatshaushalt gesorgt.

Infografik Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel 2022 in Deutschland

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben am meisten profitiert

Die drei mitteldeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten laut dem MDR profitieren können. So habe allein Sachsen in den ersten drei Quartalen 2022 über 24 Mio. Euro durch Abgaben auf Online-Spielautomaten und -Poker eingenommen.

Im Jahre des Inkrafttretens des GlüStV hätten die Einnahmen in diesen beiden Bereichen nur bei 23.000 Euro gelegen. Online-Sportwetten hätten dem Freistaat immerhin 17,6 Mio. Euro eingebracht. Die höchsten Einnahmen hätten jedoch die Lotterien beschert. Etwa 47 Mio. Euro seien in die Kassen des Bundeslandes geflossen.

Auch Sachsen-Anhalt habe von der Glücksspiel-Besteuerung profitiert. So hätten virtuelle Spielautomaten und Online-Poker dem Land 14,26 Mio. Euro beschert. Der Nachbarstaat Thüringen habe weitere 12,94 Mio. Euro erhalten. 2021 hätten Sachsen-Anhalt und Thüringen noch gar keine Einnahmen durch Online-Slot und -Poker generiert.

Wohin fließen die Glücksspiel-Gelder?

Während die Steuereinnahmen von den Lotterien sozialen, kulturellen und sportlichen Organisationen zugutekommen, gibt es für die Steuergelder vom Online-Glücksspiel keine Zweckbindung. Auf Anfrage des MDR habe ein Sprecher des Thüringer Finanzministeriums erklärt:

Wie auch die Lotterie- und Sportwettensteuer unterliegen die neu eingeführten Steuern dem Gesamtdeckungsprinzip und kommen damit dem Gemeinwohl zu Gute [sic!].“

Ähnlich hätten die Botschaften auch aus den Ministerien in Magdeburg und Dresden gelautet. Als sicher dürfte gelten, dass 530.000 Euro in Sachsen-Anhalt in die Suchtforschung und -bekämpfung fließen dürften, da dies im Glücksspielgesetz des Bundeslandes so vorgesehen ist.

Da die Folgen der Liberalisierung des Glücksspielmarktes noch nicht absehbar seien, habe Steffen Otterbach, Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, gefordert, mehr Geld in Forschung und Prävention zu investieren. Ob diese Forderung umgesetzt werden kann, wird sich zeigen.

veröffentlicht am: Dienstag, 21. Februar 2023
überarbeitet am: Montag, 6. März 2023
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Glücksspielsteuer 

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