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GGL intensiviert Warnungen vor unerlaubtem Online-Glücksspiel

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verstärkt ihre Aufklärungsarbeit und veröffentlicht eine neue Informationsbroschüre zum illegalen Online-Glücksspiel.

[ Bild: Die GGL warnt in einer neuen Broschüre vor illegalem Online-Glücksspiel. (Bild: GGL) ]

Die Nutzung digitaler Glücksspielangebote nimmt spürbar zu. Nach Angaben der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steigt damit zugleich die Gefahr, auf nicht genehmigte Plattformen auszuweichen. Vor diesem Hintergrund hat die GGL eine umfassende Informationsbroschüre unter dem Titel „Illegales Glücksspiel im Internet – Erkennen, Vermeiden, Melden“ herausgegeben.

Neue Publikation soll Orientierung im digitalen Markt schaffen

Die Veröffentlichung richtet sich sowohl an Verbraucher als auch an Fachkräfte aus Präventions- und Beratungseinrichtungen. Ziel sei es, kompakte und verständliche Informationen bereitzustellen, die eine Einordnung von Angeboten im digitalen Glücksspielmarkt erleichterten.

Die Broschüre erläutert, woran legale und illegale Plattformen zu unterscheiden seien, welche Gefahren mit der Nutzung unerlaubter Angebote verbunden sein könnten und auf welchen Wegen verdächtige Anbieter gemeldet werden könnten.

Darüber hinaus werden typische Marketing- und Bindungsstrategien dargestellt, mit denen illegale Betreiber gezielt um Kunden werben und gesetzliche Schutzmechanismen umgehen. Damit soll das Bewusstsein für Risiken und rechtliche Konsequenzen geschärft und ein Beitrag zur Prävention geleistet werden.

Fehlende Kontrolle und erhebliche Schutzdefizite

Illegale Glücksspielangebote unterlägen keiner staatlichen Aufsicht. Weder bestünden verbindliche Alterskontrollen noch vorgeschriebene Einsatz- oder Einzahlungslimits.

Auch Sperrsysteme zum Schutz gefährdeter Spieler fehlten. Das Risiko problematischen oder suchtähnlichen Spielverhaltens erhöhe sich dadurch deutlich, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Demgegenüber seien Anbieter mit deutscher Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 zu umfangreichen Schutzmaßnahmen verpflichtet.

Hierzu zählen unter anderem anbieterübergreifende Einzahlungslimits, die Anbindung an das zentrale Spielersperrsystem OASIS sowie technische Instrumente wie ein sogenannter Panik-Button zur sofortigen Unterbrechung des Spiels. Zudem unterliegen erlaubte Betreiber der laufenden Aufsicht durch die GGL.

Strafbarkeit, Manipulationsrisiken und unsichere Zahlungsabläufe

Sowohl das Veranstalten als auch die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel können gemäß §§ 284, 285 StGB strafbar sein. Neben möglichen Geldstrafen drohen Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten.

Erfahrungen der Behörde zeigen zudem, dass bei illegalen Plattformen Manipulationen nicht ausgeschlossen werden könnten. Der Einsatz geprüfter Zufallsgeneratoren sei dort nicht gewährleistet. Ebenso berichten Nutzer immer wieder von Schwierigkeiten bei der Auszahlung erzielter Gewinne.

Während Einzahlungen regelmäßig problemlos erfolgten, würden Auszahlungen verzögert, an zusätzliche Bedingungen geknüpft oder vollständig verweigert. Rechtliche Ansprüche ließen sich gegenüber Anbietern außerhalb des regulierten Marktes kaum durchsetzen.

Auch beim Datenschutz bestünden erhebliche Defizite. Sensible Informationen wie Ausweisdaten oder Bankverbindungen seien auf nicht genehmigten Plattformen oftmals unzureichend geschützt. Eine Kontrolle nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung finde nicht statt.

Typische Merkmale unerlaubter Angebote

Nach Beobachtungen der Aufsichtsbehörde ließen sich nicht genehmigte Plattformen häufig an bestimmten Auffälligkeiten erkennen. Dazu zählen fehlende Hinweise auf eine deutsche Erlaubnis, unvollständige Anbieterkennzeichnungen, ausländische Domainendungen, unklare Teilnahmebedingungen sowie besonders hohe Bonusversprechen. Auch das Fehlen von Informationen zu Limits, Sperrsystemen oder Beschwerdestellen könne ein Indiz sein.

Da Internetseiten professionell gestaltet sein könnten und gezielt deutschsprachige Inhalte verwenden, empfiehlt die GGL eine Überprüfung anhand der amtlichen Whitelist. Dort sind sämtliche Anbieter aufgeführt, die über eine gültige Erlaubnis in Deutschland verfügen.

Vorgehen der Behörde gegen unerlaubte Angebote

Zur Bekämpfung illegaler Plattformen nutzt die GGL ein Bündel verwaltungsrechtlicher und strafrechtlicher Instrumente. Hierzu zählen Untersagungsverfügungen gegen Betreiber und Werbende, die Durchsetzung von Zahlungsunterbindungen gegenüber Zahlungsdienstleistern sowie Maßnahmen zur Sperrung des Zugangs zu entsprechenden Internetseiten. Ergänzend werden Strafanzeigen gestellt und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Die Behörde arbeitet dabei mit Landesmedienanstalten, Finanzbehörden, internationalen Partnern sowie weiteren zuständigen Stellen zusammen. Hinweise auf mögliche Geldwäsche werden an die zuständige Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen weitergeleitet.

Hinweise aus der Bevölkerung als wichtiger Baustein

Zur Identifizierung illegaler Angebote greife die GGL unter anderem auf Meldungen aus der Bevölkerung zurück. Über ein Online-Kontaktformular könnten entsprechende Hinweise auch anonym eingereicht werden. Jeder eingehende Hinweis wird geprüft, wenngleich aus rechtlichen Gründen keine Auskunft über konkrete Maßnahmen gegen einzelne Anbieter erteilt werden kann.

Nach Angaben der Behörde hätten entsprechende Meldungen in der Vergangenheit dazu beigetragen, die Anmeldung und Zahlungsabwicklung auf illegalen Plattformen zu unterbinden, selbst wenn einzelne Webseiten weiterhin erreichbar waren.

Informationsangebot als notwendiger, aber nicht hinreichender Schritt

Mit der neuen Broschüre erweitert die GGL ihre Aufklärungsarbeit und stellt gebündelte Informationen zu Risiken, Rechtslage und Erkennungsmerkmalen illegaler Angebote bereit. Angesichts der zunehmenden Professionalisierung unerlaubter Anbieter erscheint eine kontinuierliche Sensibilisierung der Öffentlichkeit sinnvoll.

Gleichwohl bleibt entscheidend, inwieweit die bestehenden rechtlichen Instrumente, insbesondere Netzsperren und Zahlungsblockaden, konsequent und effektiv umgesetzt werden können. Ohne eine nachhaltige Durchsetzung dürfte der Informationsansatz allein nicht ausreichen, um den illegalen Markt spürbar einzudämmen.

veröffentlicht am: Donnerstag, 26. Februar 2026
überarbeitet am: Freitag, 27. Februar 2026
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Tags:
GGL,  Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder,  illegales Glücksspiel,  Spielerschutz,  Informationsbroschüre 

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