Steuereinnahmen durch die Glücksspiel-Branche im Jahre 2025: Wie entwickelt sich der deutsche Markt?
Das legale regulierte Online-Automatenspiel konnte nur marginal an Marktanteilen gewinnen. Aber am Interesse seitens der Spieler mangelt es nicht.
Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) am 1. Juli 2021 hat sich der deutsche Online-Glücksspielmarkt grundlegend verändert. Erstmals wurde ein bundesweit regulierter Rahmen geschaffen, der es Anbietern ermöglicht, nach Erhalt einer offiziellen Lizenz legal virtuelle Automatenspiele und weitere Glücksspielangebote in Deutschland bereitzustellen.
Mit den ersten Lizenzvergaben im Jahr 2022 startete der regulierte Markt äußerst dynamisch. Zahlreiche Anbieter gingen an den Start, neue Plattformen wurden veröffentlicht und die Erwartungen an die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarktes waren entsprechend hoch.
Start des regulierten Online-Automatenspiels in Deutschland
Am 27. April 2022 wurden die ersten Genehmigungen für den legalen Betrieb virtueller Spielautomaten erteilt. Bereits wenige Wochen später, im Juni 2022, gingen die ersten regulierten Online-Spielotheken an den Start.
Zu den ersten zugelassenen Unternehmen gehörte die damalige Mernov Betriebsgesellschaft mbH, die heute unter dem Namen Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH (DGGS) firmiert. Das Unternehmen ist weiterhin aktiv im deutschen Glücksspielmarkt vertreten und betreibt die Plattformen JackpotPiraten und BingBong.
Schnelles Wachstum nach den ersten Lizenzvergaben
Nach dem offiziellen Marktstart entwickelte sich der regulierte deutsche Markt für virtuelles Automatenspiels äußerst dynamisch. Innerhalb weniger Monate kamen zahlreiche weitere Anbieter hinzu. Bereits Ende des Jahres 2022 waren mehr als 60 lizenzierte Online-Spielotheken in Deutschland aktiv.
Auch aus wirtschaftlicher Sicht zeigte sich bereits kurz nach Einführung des regulierten Marktes eine deutliche Entwicklung. Die ersten veröffentlichten Zahlen zu den Steuerabgaben sorgten für Optimismus. Im Jahr 2022 flossen insgesamt 2.569.469.000 Euro in die öffentlichen Haushalte, davon entfielen 429.698.000 Euro auf das virtuelle Automatenspiel.
Rückläufige Steuereinnahmen beim virtuellen Automatenspiel im Jahr 2023
Die Einnahmen aus der Besteuerung virtueller Automatenspiele sind im Jahr 2023 deutlich zurückgegangen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Trotz eines weiter wachsenden regulierten Marktes und zusätzlicher Lizenzvergaben konnten die erwarteten Mehreinnahmen nicht erreicht werden.
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Vergleich des vierten Quartals. Während im letzten Quartal des Jahres 2022 noch 78.774.000 Euro aus der Besteuerung virtueller Automatenspiele in die Staatskassen flossen, lag die Summe im gleichen Zeitraum des Jahres 2023 nur noch bei 60.115.000 Euro.
Der negative Trend zeigt sich ebenfalls in der Gesamtjahresbetrachtung. Im Jahr 2022 erzielte der Staat durch die Besteuerung virtueller Automatenspiele Einnahmen in Höhe von 429.698.000 Euro.
2023 belief sich das Steueraufkommen dagegen nur noch auf 264.398.000 Euro. Insgesamt entspricht dies einem Rückgang von rund 165,3 Millionen Euro.
Kaum Veränderung im Jahr 2024
Auch im Jahr 2024 zeichnete sich keine spürbare Trendwende auf dem deutschen Glücksspielmarkt ab. Die gesamten Steuereinnahmen aus der Glücksspielbranche blieben im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil. Insgesamt flossen 2.485.623.000 Euro in die Staatskassen. Im Jahr 2023 lagen die Einnahmen bei 2.477.102.000 Euro.
Damit bewegte sich der Markt insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Besonders Lotterien konnten erneut Zuwächse verzeichnen und trugen maßgeblich zur Stabilität der Gesamteinnahmen bei.
Weitere Rückgänge bei virtuellen Automatenspielen
Während sich einzelne Glücksspielbereiche stabil entwickelten, setzte sich der negative Trend bei virtuellen Automatenspielen jedoch weiter fort. Die Betreiber entsprechender Plattformen zahlten im Jahr 2024 insgesamt 213.489.000 Euro an Abgaben.
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 50.909.000 Euro. Damit gingen die Einnahmen aus der Besteuerung virtueller Automatenspiele erneut deutlich zurück.
Entwicklung sorgt weiterhin für Diskussionen
Die Zahlen verdeutlichen, dass sich der regulierte Markt für virtuelle Automatenspiele weiterhin in einer schwierigen Phase befindet. Trotz bestehender Regulierung und eines legalen Angebots bleibt die wirtschaftliche Entwicklung hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.
Vor allem die rückläufigen Steuerabgaben werfen weiterhin Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes auf. Gleichzeitig wird diskutiert, welchen Einfluss gesetzliche Vorgaben, Einschränkungen und die Konkurrenz nicht lizenzierter Anbieter auf die Entwicklung des deutschen Glücksspielsektors haben.
Das Steuerjahr 2025 mit Blick auf den deutschen Glücksspielmarkt
Im Vergleich zum Jahr 2024 gab es 2025 nur marginale Veränderungen. In die Staatskasse flossen insgesamt 2.462.521.000 Euro, wobei mit 1.788.995.000 Euro der Löwenanteil an die Lotteriesteuer entfiel.
419.498.000 Euro führten die Sportwetten-Anbieter an den Staat ab und Betreiber des virtuellen Automatenspiels zahlten 214.597.000 Euro ans Finanzamt. Zum Vergleich: Die Steuerabgaben für das virtuelle Automatenspiel im Jahre 2024 betrug 213.489.000 Euro. Damit verzeichnete das Segment der Online-Slots 2025 einen leichten Anstieg, allerdings nur um 1.108.000 Euro.
Im Folgenden werden die Glücksspiel-Abgaben nach Monaten aufgelistet:
Steuereinnahmen durch Glücksspiel 2025 (in Tausend)
Januar 2025
Rennwett- und Lotteriesteuer | 240.135.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 338.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 61.000 Euro |
Lotteriesteuer | 180.014.000 Euro |
Sportwettensteuer | 38.008.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 1.554.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 20.161.000 Euro |
Februar 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 209.717.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 339.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 50.000 Euro |
Lotteriesteuer | 150.346.000 Euro |
Sportwettensteuer | 38.757.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 1.581.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 18.644.000 Euro |
März 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 189.938.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 397.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 47.000 Euro |
Lotteriesteuer | 132.483.000 Euro |
Sportwettensteuer | 36.486.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 4.740.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 15.785.000 Euro |
April 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 218.283.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 390.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 48.000 Euro |
Lotteriesteuer | 160.321.000 Euro |
Sportwettensteuer | 36.740.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.807.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 17.977.000 Euro |
Mai 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 191.106.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 398.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 52.000 Euro |
Lotteriesteuer | 134.963.000 Euro |
Sportwettensteuer | 36.155.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.894.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 16.645.000 Euro |
Juni 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 213.719.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 536.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 64.000 Euro |
Lotteriesteuer | 159.814.000 Euro |
Sportwettensteuer | 35.361.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 1.394.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 16.551.000 Euro |
Juli 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 166.174.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 620.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 66.000 Euro |
Lotteriesteuer | 118.334.000 Euro |
Sportwettensteuer | 23.705.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 4.157.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 19.293.000 Euro |
August 2025 | |
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Rennwett- und Lotteriesteuer | 194.982.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 692.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 74.000 Euro |
Lotteriesteuer | 151.219.000 Euro |
Sportwettensteuer | 23.045.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.618.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 17.333.000 Euro |
September 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 198.335.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 386.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 40.000 Euro |
Lotteriesteuer | 149.331.000 Euro |
Sportwettensteuer | 30.192.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 1.211.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 17.175.000 Euro |
Oktober 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 206.910.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 569.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 71.000 Euro |
Lotteriesteuer | 141.876.000 Euro |
Sportwettensteuer | 41.780.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 4.438.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 18.176.000 Euro |
November 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 222.749.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 646.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 68.000 Euro |
Lotteriesteuer | 160.544.000 Euro |
Sportwettensteuer | 40.572.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.813.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 18.106.000 Euro |
Dezember 2025 | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 210.474.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 408.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 45.000 Euro |
Lotteriesteuer | 149.752.000 Euro |
Sportwettensteuer | 38.697.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.820.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 18.752.000 Euro |
2025 gesamt | |
Rennwett- und Lotteriesteuer | 2.462.521.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 5.718.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 686.000 Euro |
Lotteriesteuer | 1.788.995.000 Euro |
Sportwettensteuer | 419.498.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 33.027.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 214.597.000 Euro |
Wie entwickelt sich der Glücksspielmarkt im Jahre 2026?
Das Bundesministerium der Finanzen hat inzwischen die ersten Zahlen für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Auch wenn daraus noch keine endgültigen Schlüsse für das Gesamtjahr gezogen werden können, lassen sich bereits erste Tendenzen erkennen.
Januar 2026
Rennwett- und Lotteriesteuer | 203.183.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 477.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 35.000 Euro |
Lotteriesteuer | 142.016.000 Euro |
Sportwettensteuer | 38.105.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.909.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 19.640.000 Euro |
Februar 2026
Rennwett- und Lotteriesteuer | 227.914.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 494.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 35.000 Euro |
Lotteriesteuer | 164.070.000 Euro |
Sportwettensteuer | 40.324.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.908.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 20.084.000 Euro |
März 2026
Rennwett- und Lotteriesteuer | 201.114.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 376.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 53.000 Euro |
Lotteriesteuer | 143.616.000 Euro |
Sportwettensteuer | 39.323.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 2.148.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 15.598.000 Euro |
1. Quartal 2026
Rennwett- und Lotteriesteuer | 632.341.000 Euro |
davon: Totalisatorsteuer | 1.347.000 Euro |
Andere Rennwettsteuer | 124.000 Euro |
Lotteriesteuer | 449.832.000 Euro |
Sportwettensteuer | 117.752.000 Euro |
Online-Pokersteuer | 7.965.000 Euro |
virtuelle Automatensteuer | 55.322.000 Euro |
Sollte sich die bisherige Entwicklung fortsetzen, könnten die gesamten Steuereinnahmen aus der Glücksspielbranche bis Ende 2026 bei rund 2.529.364.000 Euro liegen. Damit würde sich der Markt weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegen.
Virtuelle Automatenspiele bleiben auf stabilem Niveau
Auch beim virtuellen Automatenspiel deutet sich derzeit keine größere Marktbewegung an. Hochgerechnet könnten die Steuereinnahmen aus diesem Bereich im Jahr 2026 etwa 221.288.000 Euro erreichen.
Im Vergleich zu den Vorjahren würde dies zwar einen leichten Anstieg bedeuten, allerdings keinen grundlegenden Wandel der aktuellen Marktsituation erkennen lassen. Vielmehr sprechen die bisherigen Zahlen für eine anhaltende Stagnation des regulierten Online-Glücksspielmarktes in Deutschland.
Warum stagniert der Markt?
Die Gründe für diese Entwicklung dürften vielfältig sein. Dabei spricht vieles dafür, dass die Nachfrage nach Online-Slots grundsätzlich weiterhin hoch ist. Vielmehr scheint die Attraktivität vieler nicht regulierter Plattformen eine entscheidende Rolle zu spielen.
Zwischen legalen Anbietern und dem internationalen Schwarzmarkt bestehen nach wie vor erhebliche Unterschiede beim Spielangebot, bei Bonusmodellen und bei den verfügbaren Funktionen. Dadurch weichen zahlreiche Spieler weiterhin auf nicht lizenzierte Angebote aus.
Warum weichen Spieler auf illegale Plattformen aus?
Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von technischen Freiheiten bis hin zu finanziellen Vorteilen. Besonders häufig werden folgende Aspekte genannt:
- Größere Auswahl an Spielautomaten und klassischen Casinospielen
- Höhere Gewinnmöglichkeiten und progressive Jackpots
- Zugang auch für gesperrte Spieler
- Attraktivere Bonusangebote ohne strenge Umsatzbedingungen
- Keine Anbindung an Kontrollsysteme wie LUGAS oder OASIS
- Kein Identitätsabgleich über die Schufa
- Weniger gesetzliche Einschränkungen beim Spielablauf
- Keine verpflichtende Fünf-Sekunden-Regel zwischen Spins
- Funktionen wie Autoplay oder Feature Buy frei verfügbar
- Höhere Einsatz- und Einzahlungslimits
- Teilweise bessere Auszahlungsquoten durch fehlende Sondersteuern
- Deutlich freiere Werbemöglichkeiten
Regulierte Anbieter stehen unter Druck
Während lizenzierte Betreiber in Deutschland strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen, profitieren nicht genehmigte Plattformen von deutlich größeren Freiheiten. Genau darin sehen viele Marktbeobachter einen zentralen Grund für die aktuelle Entwicklung.
Die bisherigen Zahlen aus dem Jahr 2026 deuten daher weniger auf einen wachsenden Markt als vielmehr auf eine Phase der Stabilisierung und Stagnation hin. Wie sich der regulierte Glücksspielmarkt langfristig entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, legale Angebote für Spieler attraktiver zu gestalten und gleichzeitig den Schwarzmarkt stärker einzudämmen.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen
überarbeitet am: Freitag, 15. Mai 2026