Selbstausschluss und Zugangssperren: Rund jedes 20. Konto ist gesperrt
Rund jedes 20. Spielerkonto ist gesperrt, 4 von 5 gesperrten Konten sind ohne eine Spielrunde
Wer sich in Deutschland vom Glücksspiel sperren lässt, ist bei allen legalen Anbietern gesperrt. Wie sich das konkret im Bestand eines lizenzierten Online-Anbieters niederschlägt, wird selten kommuniziert. Wir legen die Zahlen unserer beiden Marken JackpotPiraten und BingBong offen. Der aufschlussreichste Befund ist dabei, dass sich die Angebote mit Blick auf die Zugangssperren nicht unterscheiden.
Datenbasis
- Auswertung Datendesk
- Stichtag 10. September 2026
- Vollerhebung aller registrieren Konten bei JackpotPiraten.de und BingBong.de
- Alle Werte als Anteile; absolute Zahlen werden nicht veröffentlicht
Die wichtigsten Kennzahlen der Auswertung
- Rund jedes 20. Konto gesperrt
- Anteil bei beiden Marken gleich
- 4 von 5 gesperrten Konten ohne je eine Spielrunde
- Mehr als 9 von 10 Sperren mit Bezug zum Sperrsystem OASIS
Zugangssperren: Gut jedes 20. Spielerkonto ist gesperrt
Eine Sperre im Glücksspiel in Deutschland gilt, mit Ausnahme von Lotterien, überall: In der Spielhalle, der Spielbank und in Online-Spielotheken.
Die Grundlage hierfür ist das bundesweite Sperrsystem OASIS, welches beim Regierungspräsidium Darmstadt geführt wird.
Unter unseren Spielern bei JackpotPiraten und BingBong ist gut jedes 20. Spielerkonto für das Spiel gesperrt. Dabei liegt in mehr als 9 von 10 Fällen der Spielersperre ein OASIS-Eintrag zugrunde.
Die übrigen Sperren gehen auf eigene Prüfungen zurück, wie etwa aufgrund eines fehlenden Identitätsnachweises.
Kennzahl | Wert | Was wird gemessen? |
|---|---|---|
Gesperrte Konten | rund jedes 20. Spielerkonto | Zugangssperre war am Stichtag gesetzt, kein Zugang zum Spiel |
davon mit Bezug zum Sperrsystem OASIS | mehr als 9 von 10 | zugleich Eintrag im bundesweiten Sperrsystem vermerkt |
Gesperrte Konten ohne je eine Spielrunde | 4 von 5 | über die gesamte Kontodauer kein Tag mit Spielrunden |
Gesperrte Konten ohne je eine Einzahlung | 5 von 6 | über die gesamte Kontodauer keine erfolgreiche Einzahlung |
Unterschied zwischen beiden Marken | in der Rundung nicht sichtbar | Sperrquote je Marke, jeweils am eigenen Kontenbestand |
Beide Marken erreichen identisches Niveau
Wir betreiben zwei legale Angebot mit unterschiedlichem Auftritt, unterschiedlichem Spielangebot und unterschiedlichem Publikum.
Bei den Sperrquoten unterscheiden sich diese nicht: Auf beiden Plattformen ist gut jedes zwanzigste Spielerkonto gesperrt. Der Unterschied zwischen den Marken verschwindet in der Rundung.
Die Beobachtung stellt den aufschlussreichsten Befund der Auswertung dar. Er zeigt, dass die Sperrquote keine Eigenschaft eines einzelnen Angebots ist. Weder das Design, die Spiele oder die Ansprache haben Einfluss auf diese.
Stattdessen ist die Sperrquote eine Eigenschaft des regulierten Marktes, in dem beide Angebote aktiv sind.
Eine Sperre wird nicht bei einem Anbieter festgelegt. Sie gilt überall und sie taucht überall in derselben Größenordnung auf.
Auffällig: Die Sperre greift, bevor gespielt wird
Die aussagekräftigste Zahl der Auswertung ist nicht die Sperrquote, sondern der Hintergrund der Zahl: 4 von 5 gesperrten Konten haben bei uns nie eine Spielrunde gespielt. Bei 5 von 6 gesperrten Spielerkonten wurde nie eine Einzahlung durchgeführt.
Das Ergebnis ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Spielerschutz-Verfahrens. Die Sperrabfrage läuft bei jeder Registrierung und bei jedem einzelnen Login.
Ein bestehender Eintrag im Sperrsystem führt dazu, dass einem Spielerkonto der Zugang zum Spiel verwehrt wird.
In der weit überwiegenden Zahl der Fälle endet dieser Vorgang bereits vor dem ersten Einsatz.
Kein Zusammenhang mit der Kontodauer erkennbar
Eine naheliegende Vermutung ist, dass der Anteil gesperrter Spielerkonten mit der Zeit wächst, weil sich Sperren über die Jahre ansammeln. Das ist nicht der Fall.
Kein Registrierungsjahrgang weicht wesentlich vom Gesamtbestand ab. Die Sperrquote streut sich um den Bestandswert, ohne einen erkennbaren Trend nach Kontoalter.
Der Jahrgang 2026 liegt nach durchschnittlich vier Monaten Kontodauer bereits im selben Bereich wie die älteren Registrierungsjahrgänge.
Registrierungsjahrgang | Index der Sperrquote |
|---|---|
2022 | 89 |
2023 | 110 |
2024 | 98 |
2025 | 109 |
2026 | 85 |
alle Konten | 100 |
Der Gesamtbestand ist auf 100 gesetzt. 110 heißt: Der Jahrgang liegt zehn Prozent über der Sperrquote des Gesamtbestands, nicht zehn Prozentpunkte.
Der Jahrgang 2021 umfasst nur die Vorstartphase und bleibt deshalb außen vor. Der Jahrgang 2026 läuft noch und hat im Schnitt vier Monate Kontolebenszeit hinter sich.
Der Spannbereich liegt zwischen 85 und 110, ohne klare Richtung. Der Jahrgang von 2023 liegt über dem Durchschnitt, der von 2024 darunter, der von 2025 wieder darüber.
Geprägt ist diese Entwicklung demnach von Streuung, weshalb sich kein echter Trend erkennen lässt.
Der Grund ist derselbe wie im vorherigen Abschnitt: Wo eine Sperre besteht, wirkt sie sofort und nicht mit Verzögerung.
Die Sperre ist überwiegend eine eigene Entscheidung
Das bundesweite Sperrsystem wird oftmals als Sanktion oder Einschränkung missverstanden. Eine Sperre kann von der betroffenen Person selbst, Angehörigen, Betreuern oder einem Anbieter veranlasst werden.
Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Darmstadt gegenüber BingBong im Juni 2026 geht der weitaus größte Teil der Einträge auf eigenen Antrag zurück.
Für einen Anbieter heißt das: Die Sperre ist in der Regel nichts, was er verhängt, sondern etwas, das er durchsetzt.
Was diese Zahlen nicht sagen
Die Auswertung sagt nichts darüber, wie viele Sperrversuche insgesamt bei unseren beiden Marken vorkommen. Die Zahl der abgewiesenen Zugriffe wird in der Sperrabfrage selbst verwaltet und liegt nicht in der Auswertung vor.
Die Zahlen sagen nichts über den Grund einer einzelnen Sperre. Ob diese auf einen eigenen Antrag oder auf Antrag Dritter zurückgeht, ist dem Anbieter in der Regel nicht bekannt.
Zusätzlich ermöglicht die Auswertung keine Rückschlüsse über die Dauer oder den Verlauf. Ein Sperrdatum liegt uns nicht vor, weshalb diese Auswertung ein Stichtag ist und keine Zeitreihe.
Was die Auswertung ermöglicht, ist die Aussage, dass die Sperre an der Stelle wirkt, wo sie wirken soll. Also vor dem ersten Einsatz. Zusätzlich wirkt die Sperre bei beiden Angeboten gleich.
Methodik und Grenzen der Daten
Grundlage der Auswertung ist der vollständige Kontenbestand beider Marken am Stichtag, ausgewertet aus dem eigenen Data Warehouse, zusammen mit der gesamten Spiel- und Einzahlungshistorie der Spielerkonten.
Es handelt sich um eine Vollerhebung, nicht um eine Stichprobe. Deshalb gib es keine Fehlerspanne. Testkonten sind ausgeschlossen.
- Was gemessen wird: Gesperrt bedeutet, dass für das Konto am Stichtag eine Zugangssperre gesetzt ist, wodurch dieses keinen Zugang zum Spiel erhält. Nie gespielt heißt, dass über die gesamte Kontodauer kein einziger Tag mit Spielrunden verzeichnet wurde. Nie eingezahlt bedeutet, dass über die gesamte Kontodauer keine erfolgreiche Einzahlung erfolgte.
- Der Markenvergleich: Beide Marken werden getrennt gerechnet und als Anteil des jeweils eigenen Kontobestands ausgewiesen. Es ist eine Vollerhebung gegen eine Vollerhebung, kein Vergleich zweier Stichproben.
- Was mehr als 9 von 10 bedeutet: Der Anteil der gesperrten Konten, bei denen zugleich ein Eintrag im Sperrsystem OASIS vermerkt ist. Der Rest sind Sperren aus eigenen Prüfungen. Diese Zuordnung ist eine Momentaufnahme. Eine abgelaufene oder aufgehobene Sperre bleibt im Quellsystem gekennzeichnet, wird hier aber nicht als aktive Sperre gezählt.
- Bedeutung des Index in Tabelle 2: Die Sperrquote des Jahrgangs im Verhältnis zur Sperrquote aller Spielerkonten, die auf 100 gesetzt Ost. 89 heißt, dass im Jahrgang 2022 der Anteil gesperrter Konten elf Prozent niedriger als im Gesamtbestand ist. Die Indexform ist gewählt, damit die Verteilung prüfbar und eine Veröffentlichung ohne Quoten zu jedem Jahrgang möglich ist.
- Kein Sperrdatum: Der Zeitpunkt, zu dem eine Sperre gesetzt wurde, ist in den Daten nicht enthalten. Aussagen über Zufluss, Dauer oder Trend sind daraus nicht möglich und sollten auch nicht hineininterpretiert werden.
- Einzelperioden: Diese Ausgabe kann noch keine Monatswerte ausweisen. Die Messung läuft seit September 2026 monatlich.
- Rundung: Anteile werden als Verhältnisse angegeben, Indexwerte ohne Nachkommastelle. Die zugrunde liegenden Prozentwerte liegen im Datendesk.
Die nächste Ausgabe erfolgt mit dem Quartalsbericht für das erste Quartal 2027 im Januar 2027.
überarbeitet am: Sonntag, 13. September 2026